Die Legende

Im überaus sonnigen September 2002 machten sich vier Heddernheimer Rover auf zur grünen Insel, um auf Schusters Rappen die irische Westküste zu erkunden. Nach einer abenteuerlichen Sumpfüberquerung im County Galway hatten die vier nach einigen wirklich, ehrlich, absolut wolken- und regenfreien Tagen einen solchen Sonnenbrand, dass sie als Rover Redskin in die Stammesgeschichte eingingen.

Nach einem Ausflug auf die Insel Inisheer und einem Besuch in Doolin, Fisherstreet, suchten die vier Quartier auf dem Weg zu den Cliffs of Moher. Ganz in der Nähe von Doonagore Castle, bei ungefähr 52° 59'55.30"N; 9°23'54.7"W fanden sie eine halb verfallene Cottage und richteten sich für eine Nacht häuslich ein: Mit einer Holzpalette als Tisch, mit Kamin und Blumenvase.

Sie hielten diese gemütliche Nachtstätte in Ehren und und vergaßen sie nie. Fünf Jahre später begab sich einer von ihnen wieder in die Gegend - und fand alles (fast) so, wie damals; ein bisschen verfallener, ein bisschen zerzauster, aber immer noch da. So auch im Jahr 2010, als eine Bekannte der vier Redskins das Anwesen aufsuchte und außer ein bisschen mehr Müll und leeren Weinflaschen alles im Wesentlichen unverändert vorfand.

In einer Zeit, in der sich alles rasend verändert tut es gut, wenn man weiß, dass es Orte gibt, an die man (noch) zurückkehren kann, und die so sind, wie man sie verlassen hat. Auch, wenn es nur ein verfallener Bauernhof ist - in der Fremde kann er zu einem Stück Heimat werden.

Wie auch immer das Schicksal der Redskin Cottage aussehen mag, ob der Baugrund verkauft und neu bebaut wird oder ob nichts weiter als Regen, Wind und Zeit daran nagen - so lange es steht und noch ein Stück Dach darauf ist möge es so manchem Reisenden als Zuflucht dienen und vielleicht stumm darauf warten, dass einst einer von uns dorthin zurückkehrt. Der Segen der Gastfreundlichkeit ruht darauf und möge es vor Unheil bewahren!

Thanks for the shelter, thanks for the warm - may god bless this house and banish all harm!
(Rover Redskin, 2002)


Das gute Wetter hielt sich im Übrigen drei Wochen lang - ohne einen Tropfen Regen. Erst in der allerletzten Nacht vor der Heimreise sorgte ein Gewitter samt einer schlecht imprägnierten Zeltplane für das angeblich so typische Irland-Feeling. Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden....




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