Three Is Company
- J.R.R. Tolkien -


ass es im jahr 2006 eine Wiederholung geben würde, war schon kurz nach dem Ur-Lauf 2005 klar. Dass ich nicht alleine laufen würde, war ebenso klar - und so rückte der Termin Anfang Oktober immer näher. Nun hatten sich Thomas und Andrea schon lange bereit erklärt: da mache mer mit! Moralische und logistische Unterstützung kam von Sonja, die die ganze Sache auf dem Fahrrad begleiten würde, um Wasserflaschen zu reichen (die wir dann doch vergessen haben), überzählige Kleidungsstücke aufzusammeln und Fotos zu schießen. Und anfeuern natürlich!

Die Jubiläumsfeier in "The Bogside" war diesmal bereits am letzten Septemberabend, so dass wir in das Jubiläum hineinfeiern (und -laufen) würden.

Gegen 20 Uhr zuckten Blitze über den Horizont und es wurde klar, dass die Nacht regnerisch und gewittrig werden würde. Leider musste Andrea wegen anderen Feierlichkeiten kurzfristig absagen und als ich Thomas Anruf "haste mal rausgeguckt?" bekam, sah ich den Night Race schon buchstäblich ins Wasser fallen. Aber schließlich ist Regen auch etwas typisch irisches und so beschlossen wir, die geöffneten Himmeslschleusen als ein Zeichen zu werten. Thomas improvisierte spontan einen irischen Duathlon (per Rad im Regen nach Heddernheim) und so machten sich Sonja, Sonjas Rad, Thomas und ich gegen 22 Uhr per S-Bahn auf den Weg nach "Offebach".

Im Pub probten wir die "stumme Bestellung" (muss man bei 3x Guinness-T-Shirt noch lange Worte machen?). Horst verstand und so stand das schwarze Gebräu bald vor uns auf dem Tisch und wir versenkten uns in die wohltuende, sanfte Geborgenheit, die Guinness für Leib und Seele bereithält.

Unser Plan sah vor, dass der Regen gegen 1 Uhr aufhört. Und - O Wunder - so geschah es. Summa Summarum 9 Guinness später war von dem brutalen Gewitter nur ein leichtes Nieseln übrig geblieben (das ab dem Main völlig versiegte) und so ließen wir genüsslich die letzte S-Bahn abfahren.

Und dann ging es los. Leichte Handycaps erschwerten die Reise zwar diesmal (saftiges Umknicken nach 2 km, Kettenklemmer am Bornheimer Hang, diverse Pinkelpausen à la Tour de France, Schuhe binden etc.) und ein bisschen Umwege gabs in Bornheim auch. Aber alle Wege führen nach Heddernheim und auch die Bornheimer mussten nicht auf die geliebte Flötenmusik verzichten. Und so, nach fast 13 Kilometern, folgte der Endspurt den Brühlberg hinauf - so hurtig, dass wir auf dem Zielfoto schneller waren als der Blitz...

Fazit: Endorphin pur! Zufrieden, es gewagt zu haben, glücklich, es geschafft zu haben und natürlich wieder die selige Gewissheit, dass es... naja... ziemlich seltsam ist. Einziger Wermutstropfen: man sieht die Gesichter derjenigen nicht, die man unterwegs überholt. Aber man spürt förmlich, wie dämlich sie geguckt haben müssen...

Nächstes Jahr sind wir wieder dabei - hoffentlich mit weiteren Läufern. Und wenn das ein Erfolg wird, dann werden wir im Jahr darauf vielleicht schon von Guinness gesponsert. Und in 10 Jahren gibt's dann den Friedensnobelpreis!

Sláinte!


Fotogalerie 2006



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